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Auch die Wüsten passen ins orientalische Bild dieses zentralasiatrischen Landes. Zwar machen sie volle drei Viertel des Gebietes aus, doch wirken sie nicht tot: Im Frühling sind weite Teile wie mit einem grünen Teppich überzogen. Viele Täler zeigen üppigen Bewuchs. Auch der größte Teil des sehr fruchtbaren Fergana-Beckens gehört zu Usbekistan - ein breites, freundliches Tal mit üppig grünen Wiesen zwischen schneebedeckten Bergen. Hier wächst vor allem Baumwolle (Usbekistan ist weltweit der fünftgrößte Produzent dieser Textilfaser), daneben gedeiht viel Obst und Gemüse.

Mit der schönsten Moschee des Orients Samarkand, ist eine der ältesten Städte der Welt - gegründet im fünften vorchristlichen Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert machte der Mongole Tamerlan (oder Timur-Leng) sie zur Hauptstadt seines riesigen asiatischen Reiches. Er und seine Nachfolger holten die besten Künstler und Wissenschaftler aus der ganzen Mongolei nach Samarkand. Aus jener Zeit stammen viele Bauwerke in Samarkand - so die Moschee Bibi-Chanum sowie das Mausoleum Gur-Emil (in dem Tamerlan begraben liegt). Alle diese Bauten sind Meisterwerke mittelalterlicher usbekischer Architektur und Kunst. Bibi-Chamum, die nach dem Vorbild der tausendsäuligen Moschee von Delhi entstand und an der zeitweilig 500 Steinmetzen arbeiteten, galt als die größte und schönste Moschee des Orients.

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Die Stadt mit dem Wüsten-Leuchtturm Buchara liegt in einer großen Oase mitten in der Sandwüste Kisilkum. Heute ist Buchara ein bedeutendes Industrie- und Wirtschaftszentrum, eine der wichtigsten Städte in Zentralasien. Doch eine Handelsstadt ist es schon seit 2000 Jahren (unter anderem für die kostbaren Buchara-Teppiche) - und seit über tausend Jahren ist es eine Metropole meisterlicher Architektur.

Die Zitadelle Ark (die einst Palast der Herrscher und Sitz der Regierung war, während sie heute das Heimatmuseum beherbergt) stammt aus dem 7. und 8. Jahrhundert, das Ismail-Samani-Mausoleum aus dem 9. und 10., die Kosch-Medresse und die Magoki-Attari-Moschee aus dem 12. Jahrhundert. Damals wurde auch das fast 50 m hohe Kalon-Minarett gebaut. Auf dessen Spitze brannte im Mittelalter Tag und Nacht ein Feuer: Es war der Leuchtturm für die Kamel-Karawanen, die durch die Kisilkum-Wüste in die "heilige Stadt des Islam" zogen, nach Buchara.

Die kleinste der Grossartigen Chiwa ist die kleinste der prächtigen Städte an der Seidenstraße, steht in stolzer Konkurrenz zu den mittelalterlichen Altstädten von Samarkand und Buchara. Hier stehen noch rund 50 prachtvolle Bauwerke aus jener Zeit, viele sind erstklassig erhalten. Spaziert man durch die Gassen, so trifft der oft missbrauchte Satz tatsächlich zu: Man fühlt sich in die Vergangenheit zurückversetzt; Chiwa ist ein baukünstlerisches Museum von faszinierender Eindringlichkeit. Unter den vielen märchenhaft anmutenden Bauten ist der Palast Tasch-Hauli ein Meisterwerk orientalischer Architektur. Typisch chiwanesische Ornamente zieren die Wände, blaue Medaillons mit Versen des Dichters Agechi führen die Verzauberung weiter - und die bunten Säulenhallen des Palastes sind ein starkes Erlebnis besonderer Art. Die UNESCO hat Chiwa zum Kulturerbe der Welt erklärt.

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Taschkent ist die Hauptstadt Usbekistans. Es liegt nördlich der Großen Seidenstraße an der Grenze zu Kasachstan, im Tal des Flusses Tschirtschik. Im Herzen der Stadt blieben sehr schöne Bauwerke alt-usbekistanischer Architektur erhalten - so die Kukeldasch- und die Barak-Chan-Medresse aus dem 16. Jahrhundert. Drumherum spielt sich ein echt orientalisches Durcheinander ab mit verwinkelte Gassen und einem übervölkerten Basarviertel. Doch außerhalb der malerischen Altstadt präsentiert sich Taschkent als eine sehr modern gebaute Großstadt, als bedeutendes Wirtschaftszentrum. Zu Zeiten der UdSSR war Taschkent deren viertgrößte Metropole, die mächtigste Stadt außerhalb der Republik Rußland.

Im sechsten vorchristlichen Jahrhundert herrschten hier die Perser. Dann wurde das Land von Alexander dem Großen erobert. Später kamen die Araber, dann die Mongolen. Hier spielte der große Eroberer Tamerlan eine bedeutende Rolle. (Er lebte von 1336 bis 1405 und hieß eigentlich "Timur-Leng", "Timur der Lahme"). Tamerlan wollte das Reich seines Vorgängers Dschingis-Khan erneuern und schaffte das auch fast: er kam bis nach Delhi, nach Moskau und nach Syrien. Vor allem aber machte er die Stadt Samarkand zur Hauptstadt seines riesigen Reiches und stattete sie luxuriös aus; fast alle Prachtbauten aus jener Zeit stehen noch. Ein Zeitgenosse, Khan Usbek, gab dem Land den Namen: Usbekistan. Vor 150 Jahren drangen die Russen ein und herrschten in Usbekistan - bis zum Zerfall der Sowjetunion. Heute besinnt sich das Land wieder auf seine vor-kommunistische Tradition und ist sehr erfolgreich auf der Suche nach einer neuen, stabilen Identität.